FC SUCHT MEHR EHRENAMTLICHE HELFER

[jf] „Macht mit und gebt unserem FC eine Zukunft“, so appellierte Tino Bahnmaier an die  Mitglieder des größten Gündelbacher Vereins. Trotz einer ordentlichen Bilanz in der Jahreshauptversammlung sieht der 1. FC-Vorsitzende „dunkle Wolken“ aufziehen, wenn es nicht gelinge, mehr ehrenamtliche Mitarbeiter für verantwortliche Positionen zu gewinnen. Ansonsten entstünden bedrohliche Lücken in der Führungsriege.

In der mit 37 (von rund 500) Mitgliedern nur mäßig besuchten Hauptversammlung gab Bahnmaier einen Rückblick auf die vielfältigen Aktivitäten des FC, der praktisch das ganze Jahr über im sportlichen und sozialen Bereich präsent ist. Dazu gehören der übliche Spiel- und
Trainingsbetrieb ebenso wie Sportfest mit Fleckenwettkampf, Mai-Wanderung, Vatertags-Treff, Kirchweih, Binokel- und Skatturniere, Beteiligung am Weihnachtsmarkt, die Jahresfeier und die Silvester-Party im Sportheim. Auch mit dem neuen Bewirtungs-Team Monika Bahmer und Wolfgang Stöhrer bleibt der monatliche Donnerstags-Treff eine populäre Einrichtung im dörflichen Leben. Auch 2016 bleibe es bei diesem Gesamtprogramm. Auf dem sportlichen Sektor sah Bahnmaier mehr Schatten als Licht. Es werde aufgrund Personalmangels immer schwerer, eine aktive Mannschaft zu stellen. Im Jugendbereich fehle es an Nachwuchs, auch weil es im Ort immer weniger Kinder gebe. Im Sportheim ist mit der Erneuerung der Elektrik eine größere Sanierungswelle in Eigenregie angelaufen, angeschafft wurde zudem eine Gläserspülmaschine. Der Umbau des Thekenbereichs stehe noch an. Weiter plane man den Anschluss ans Fernwärmenetz und den Bau zweier Garagen anstelle des alten Containers. Hauptkassierer Willi Maier vermeldete einen Jahresumsatz von rund 100 000 Euro, verbuchte allerdings einen Verlust von 3200 Euro. Ein Umsatzeinbruch von mehr als 10 000 Euro im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb habe zu dem Fehlbetrag geführt. Dieser werde allerdings kompensiert durch eine gut dotierte Rücklage. Zugute komme dem FC, dass die Übungsleiter ihre Honorare in voller Höhe wieder als Spenden einzahlen und dass die Bewirtung im Sportheim umschichtig durch die Abteilungen ehrenamtlich erfolge. Die Kassenprüfer Holger Fischer und Carsten Posch hatten an der Bilanz nichts zu bemängeln: „Alle Unterlagen vorhanden, keine Unregelmäßigkeiten.“ Sein erstes Jahr als Technischer Leiter hat Christian Staiber hinter sich. Er berichtete von einem „großen Umbruch“, da viele Leistungsträger aus Altersgründen aufhörten. Mit der nun jungen Mannschaft aus Gündelbachern und Neuzugängen von auswärts versuche man, den Platz im Mittelfeld der Kreisliga B 7 zu verbessern. Berechtigte Hoffnungen ziehe man aus der guten Wintervorbereitung, der Trainingsbeteiligung und dem Teamgeist. Schwierig bleibe durch Personalmangel die Besetzung der Reserve, die aber immerhin noch kein Spiel verloren habe. Für den in Kur befindlichen Jugendleiter Frank Ullrich verlas Rolf Bahnmaier dessen Jahresbericht. Überwiegend müssen die Nachwuchskicker mangels Masse in Spielgemeinschaften mit Nachbarvereinen agieren. Ausnahme sind die F-Junioren unter der Regie von Karlheinz Riedel, der zudem noch die restlichen Bambini integriert hat. Alle anderen Altersstufen kommen in Ensingen, Horrheim, Kleinglattbach und Sersheim unter; bei den B-Junioren drohe ab 2017 eine Durststrecke.Äußerst schwierig sei es, eine gewisse Kontinuität mit den Nachbarvereinen zu erreichen. Selbst größere Orte hätten inzwischen Probleme, den Spielbetrieb der Junioren zu organisieren. Was Ullrich und Bahnmaier besonders schockt: „Im neuen Gündelbacher Baugebiet sind viele kinderlose Paare eingezogen.“ Verursacht durch die berufliche Situation sah sich Ullrich gezwungen, das Amt des Jugendleiters zur Verfügung zu stellen. Er empfahl seinen Stellvertreter als Nachfolger. Von den Abteilungen waren an diesem Abend nur die Damen-Gymnastik und die Jedermänner präsent; der im Aufbau befindliche Box-Ring und das Kinderturnen hatten niemand entsandt. Aufwind verspürt die Damen-Gymnastik durch mehrere Neuzugänge, wie Angelika Kuhnle aus dem Jahresbericht von Sabine Münderlein zitierte. Außer dem regulären Trainingsbetrieb gab es eine Wanderung nach Diefenbach, einen Grillabend, einen Ausflug nach Köln sowie Auftritte bei der Jahresfeier. Die Jedermänner absolvierten rund 40 Trainingsabende und genossen einen Ausflug mit einem Neckar-Dampfer,  organisiert von Übungsleiter Reinhold Maurer. Mit Blick auf die Dienste im Clubhaus sowie Sondereinsätzen beim Sportfest und bei der Jahresfeier sah Sprecher Joachim Fiebig die kleine Abteilung auch aufgrund ihrer Altersstruktur an der Schmerzgrenze. In seinem Grußwort dankte Ortsvorsteher Thomas Fritzlar dem FC für die Bereicherung des dörflichen Lebens. Die leise Kritik an den kinderlosen Neusiedlern konterte er mit dem Hinweis auf die kommunalen Vorleistungen und Vergabe-Richtlinien. Seinem Antrag auf Entlastung der Vorstandschaft wurde ohne Gegenstimme entsprochen. Mit spürbarer Erleichterung konnte Tino Bahnmaier mitteilen, dass der seit 35 Jahren amtierende Hauptkassierer Willi Maier noch ein Jahr dranhänge. Diese Wahl auf ein Jahr erfolgte einstimmig, ebenso die Berufung von Rolf Bahnmaier zum neuen Jugendleiter. Frank Ullrich wird sein Stellvertreter und gleichzeitig Beisitzer, womit der Ausschuss wieder komplett ist. Nach genau einer Stunde richtete der Vorsitzende den Blick wieder nach vorn: „Wir brauchen mehr Mitwirkende in vielen Bereichen.“

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